Kursüberblick
Proxmox VE ist zur führenden Open-Source-Alternative zu VMware vSphere geworden - und für viele Unternehmen die Plattform der Wahl für die Zeit nach Broadcom. Dieser fünftägige, trainergeführte Kurs vermittelt Systemadministratoren alles, was sie brauchen, um eine produktionsreife Proxmox-VE-9.x-Infrastruktur zu entwerfen, aufzubauen, zu betreiben und zu automatisieren: vom frisch installierten Einzelhost bis zum Drei-Node-Cluster mit Ceph, Hochverfügbarkeit, Live-Migration, Proxmox Backup Server und API-gesteuerter Provisionierung.
Tag 1 und 2 legen das Fundament auf einem einzelnen Host: Architektur, Installation und Updates, GUI und CLI, Benutzer und Berechtigungen, Host-Netzwerk, lokaler Storage, Linux- und Windows-VMs, Templates und Container. Tag 3 bis 5 machen aus drei Hosts einen Cluster und ergänzen Shared Storage (NFS, iSCSI/Shared LVM, Ceph), HA und Migration, den Import echter VMware-VMs, Backup und Restore mit dem Proxmox Backup Server sowie Automatisierung mit Cloud-Init, Ansible und Terraform/OpenTofu. Der Proxmox Datacenter Manager schließt die Woche mit dem Blick auf mehrere Cluster ab.
Jeder Teilnehmer arbeitet die ganze Woche in einem eigenen, vollständig isolierten Lab-Pod - inklusive eines nested ESXi-Hosts als Quelle für das VMware-Migrations-Lab. Trainergeführte Break-&-Fix-Szenarien üben, was keine Folie leisten kann: die Diagnose eines gestörten Clusters, eines degradierten Ceph-Pools oder einer VM, die nach dem Import nicht bootet.
Das Besondere an diesem Kurs
- Ein eigener Pod - die ganze Woche - Drei nested Proxmox-VE-9-Nodes, eine Service-VM (DNS, LDAP, NFS, iSCSI, Proxmox Backup Server, interne ACME-CA, InfluxDB, Mail-Sink), ein Router, ein Linux-Desktop und ein nested ESXi-8-Host - isoliert von allen anderen Teilnehmern. Was Sie kaputt machen, reparieren Sie auch. Der Pod läuft identisch auf ESXi oder Proxmox VE als Unterbau.
- Echte VMware-Migration statt Folie - Sie importieren eine Linux- und eine Windows-VM von einem echten ESXi-Host in Ihrem Pod mit dem integrierten Importer und erledigen die Nacharbeit, die reale Projekte verlangen: VirtIO-Treiber, Firmware, Boot-Reihenfolge, Netzwerk.
- Geschrieben für VMware-Administratoren - Jedes Konzept wird auf das abgebildet, was Sie schon kennen: vCenter und Datacenter Manager, DRS und Cluster Resource Scheduler, HA-Gruppen und Affinity Rules, NSX und SDN/VXLAN, VMFS/vSAN und Shared LVM/Ceph - inklusive einer ehrlichen Antwort darauf, wofür es kein Gegenstück gibt.
- Break & Fix eingebaut - Sieben trainergeführte Fehlerszenarien - Repository-Drift, VLAN-Fehlkonfiguration, Quorum-Verlust, OSD-Ausfall, falsche Firmware nach dem Import und mehr. Die Teilnehmer diagnostizieren und reparieren, der Trainer coacht.
- Aktuelles Proxmox VE 9 - Kein aufgewärmter PVE-7-Kurs: HA Affinity Rules, Cluster Resource Scheduler, Snapshots auf Shared LVM, OCI-Container, ACME mit eigener CA, SDN, Proxmox Datacenter Manager, Proxmox Backup Server 4.2.
- Unterlagen, die nach dem Kurs weiterhelfen - Student Lab Guide mit allen 26 Labs (Web und PDF, Englisch und Deutsch), die Modulfolien sowie Q&A-Decks mit Antworten auf die Fragen, die Teilnehmer tatsächlich gestellt haben.
Zielgruppe
- System- und Virtualisierungsadministratoren, die heute VMware vSphere, Hyper-V oder KVM/oVirt betreiben und auf Proxmox VE umsteigen wollen.
- Linux-Administratoren, die für Compute, Netzwerk und Storage in privaten oder hybriden Rechenzentren verantwortlich sind.
- DevOps- und Plattform-Engineers, die die Bereitstellung virtueller Maschinen automatisieren.
- Lösungsarchitekten, die hyperkonvergente Cluster oder Cluster mit Shared Storage entwerfen.
Voraussetzungen
- Praktische Kenntnisse der Linux-Kommandozeile (Dateisystem, Paketverwaltung, systemd, vi/nano).
- TCP/IP-Grundlagen: IP-Adressierung, VLANs, Routing, DNS.
- Storage-Konzepte: Block vs. File vs. Object, RAID, LVM.
- Allgemeine Virtualisierungskonzepte (Hypervisor, VM, Snapshot, Template).
- Erfahrung mit mindestens einem Hypervisor ist hilfreich, aber nicht erforderlich.
Kursziele
Nach erfolgreichem Abschluss des Kurses können die Teilnehmer:
- Einen Proxmox-VE-9.x-Host von Grund auf installieren und konfigurieren, Repositories und Updates verwalten.
- Proxmox VE über die Web-GUI und die CLI (qm, pct, pvesm, pvecm, pvesh) bedienen und die Konfiguration unter /etc/pve lesen.
- Host-Netzwerke mit Linux-Bridges, Bonds und VLANs entwerfen; SDN für clusterweite virtuelle Netze nutzen; die Proxmox-Firewall einbinden.
- Lokalen Storage konfigurieren - Directory, LVM-thin und ZFS - und ZFS-Replikation einordnen.
- Linux- und Windows-VMs mit VirtIO und QEMU Guest Agent erstellen, anpassen, klonen und als Template nutzen; LXC-Container betreiben, auch aus OCI-Images.
- Benutzer, Gruppen und Berechtigungen mit PAM-, PVE- und LDAP-Realms verwalten; den Node-Zugang mit ACME-Zertifikaten absichern.
- Shared Storage einbinden: NFS, iSCSI mit Shared LVM und Multipath sowie Ceph RBD.
- Einen Proxmox-Cluster mit Corosync aufbauen, das Quorum verwalten und HA mit Fencing, Affinity Rules und Cluster Resource Scheduler aktivieren.
- Live-, Offline- und Storage-Migrationen zwischen Nodes durchführen.
- VMware-/vSphere-VMs importieren und für Proxmox VE rekonfigurieren.
- Den Proxmox Backup Server bereitstellen und Backup-, Aufbewahrungs- und Restore-Strategien entwerfen.
- Die VM-Bereitstellung mit Cloud-Init-Templates, Ansible und Terraform/OpenTofu automatisieren; den Proxmox Datacenter Manager einordnen.
Kursinhalt
- Einführung
- Virtualisierungskonzepte und Proxmox-VE-Architektur (KVM/QEMU/LXC, Daemons, Vergleich mit vSphere und Hyper-V)
- Installation, Repositories und Host-Baseline (deb822-Sources, Updates, Zeit, Mail-Benachrichtigungen)
- Web-GUI, Benutzer und Berechtigungen (PAM, PVE-Realm, LDAP-Realm, Gruppen und Rollen)
- CLI-Grundlagen, Konfigurationsdateien und Host-Netzwerk (pmxcfs, pvesh, Bridges, VLANs, ifupdown2)
- Das Proxmox-VE-Storage-Modell und lokaler Storage (Directory, LVM-thin, ZFS, Replikation mit pvesr)
- Anatomie einer VM: QEMU/KVM, Maschinentyp, Firmware, VirtIO, Guest Agent
- Windows-Gäste richtig gemacht (VirtIO-Treiberinjektion, was eine produktionsreife Windows-VM braucht)
- Templates, Klone und Cloud-Init (Full vs. Linked Clone, Identität beim ersten Boot)
- Monitoring und Performance-Baselines (RRD vs. externer Metrik-Server)
- Cluster, Corosync und Quorum (was ein Cluster teilt, ring0/ring1, warum drei Nodes)
- Shared-Storage-Konzepte und NFS (was das 'shared'-Flag wirklich bedeutet)
- iSCSI und Shared LVM - das klassische SAN-Muster (Multipath, FC/FCoE-Mapping, Snapshots auf Shared LVM in PVE 9)
- Ceph - hyperkonvergenter Storage (MON/MGR/OSD, Replikation, Self-Healing, dedizierte Netze)
- Node-Zertifikate und ACME (Let's-Encrypt-Workflow mit interner CA)
- Live-Migration und das Migrationsnetz (was kopiert wird, secure vs. insecure, mit/ohne Shared Storage)
- Hochverfügbarkeit, Fencing und der Cluster Resource Scheduler (CRM/LRM, Watchdog-Self-Fencing, Affinity Rules, CRS = die PVE-Antwort auf DRS)
- VMs aus VMware vSphere importieren (integrierter ESXi-Import, Nacharbeit Linux vs. Windows)
- SDN - clusterweite virtuelle Netze (Zone/VNet/Subnet, VXLAN, EVPN-Ausblick, NSX-Konzept-Mapping)
- Die Proxmox-VE-Firewall (drei Ebenen, Security Groups, die Aussperr-Fallen)
- Backup: vzdump und der Proxmox Backup Server (Modi, Jobs, Dedup, Retention, GC/Verify, Sync, Ransomware-Schutz)
- Cloud-Init: VMs, die sich selbst konfigurieren
- Die API, Tokens und Ansible (Berechtigungs-Scoping, proxmoxer, Playbooks)
- Terraform/OpenTofu - der deklarative Zwilling (State, plan/apply, Kombination mit Ansible)
- Proxmox Datacenter Manager und wie es weitergeht (Multi-Cluster-Management, die vCenter-Frage)